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23.-27.Juni; 2435km; Graz – Tirol – Südbayern

 
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Alle Foren >> [Top Motorrad Marken] >> YAMAHA >> FJR 1300 >> 23.-27.Juni; 2435km; Graz – Tirol – Südbayern Seite: [1]
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23.-27.Juni; 2435km; Graz – Tirol – Südbayern - 14.7.2008 21:34:57   
rpitz

 

Beiträge: 16
Mitglied seit: 18.2.2007
Status: offline





Montag - Kennenlernen

Erstaunlicherweise hab ich auch mal etwas „gewonnen“, sozusagen. Und dann gleich soviel! 280kg schwarzlackiertes Motorrad stehen am 23. Juni vorm 1000ps-Headquarter vor mir und wollen eine Woche intensiv getestet werden. Aber gerne doch!

Davor geht’s allerdings noch g’schwind zum Binder in die Werkstatt, weil eigentlich wär ja das 20er-Service schon längst fällig (Übernahme vom Vortester mit 22600), und die Reifen schauen auch nicht wirklich gut aus.

Der Herr Binder ist zwar erst nicht begeistert, dass er schon wieder zaubern soll, aber er opfert seine Mittagspause, tauscht den völlig fertigen und eckigen hinteren Dunlop Qualifier gegen einen Roadsmart (dieser Gott sei Dank in rund ;-), füllt Öl nach und checkt Betriebsmittel, Belagsverschleiß und Allgemeinzustand. Das Kofferschloss, das eingewickelt unter der Sitzbank lag, wird auch noch eingebaut. An dieser Stelle noch mal danke für diesen „Feuerwehreinsatz“!


Der vordere Qualifier ist auch sehr eckig (Burschen, seids ihr nur Autobahn gefahren?), hat aber leider noch „genug“ Profil, da konnte ich den Herrn Binder nicht zu einem Wechsel bewegen. Die Fahrwerksgrundeinstellung mach ich mal nach dem Tipp von Heimo (faxxe) hier im Forum – da waren komischer Weise alle Schrauben  komplett zugedreht!?!

Alsdenn, auf geht’s. Zum Einrollen und um der irren Hitze zu entkommen, nehm ich die A2/S6 bis Gloggnitz. Total relaxte Sitzposition, schönes Cockpit, lustiges Mäusekino – wenn auch die Art der angebotenen Information schon sehr politisch korrekt ist: „Aussen“temperatur, Momentan- und Durchschnittsverbrauch; KEINE Durchschnitts­geschwindigkeit, keine Stoppuhr ;-) Die Ganganzeige ist sinnvoll, weil der Motor fast unabhängig von der Drehzahl immer gleichmäßig andrückt. Es stellt sich schnell heraus, dass 160 eine gute Basisgeschwindigkeit ist, da fühlt sich die Dicke wohl, alles schnurrt. Nur eins irritiert ein wenig: wenn man in den langen Bergaufkurven der S6 einen Rechtsparker passiert und dabei nur ein klein wenig Gas anlegt, um die Fuhre stabil auf Zug zu halten, ist man am Ende der Biegung immer noch gemütlich, aber WEIT im führerscheinfreien Bereich unterwegs, ohne auch nur ein schlechtes Gewissen zu bekommen, weil man hinter dem verstellbaren Windschild wirklich nix vom Tempo mitbekommt. Und ich bin 1,87m groß. Hmmm, also etwas aufpassen.

In Gloggnitz dann ab Richtung Otterthal. *Urks* schon in der dritten Kurve schrammt irgendwas Metallenes heftig am Asphalt?!? Aha, man sitzt so bequem, weil die Rasten so weit unten sind… naja. Den Feistritzsattel rauf lockeres Schwingen, sehr fein, fast alles mit einem Gang :-) Ich mag diesen Motor schon jetzt.

Bergab brems ich die erste Kurve wie gewohnt an, aber beim Auslassen der Bremse in Schräglage kommt mächtig Unruhe auf, fühlt sich an, als ob die Gabel zu schnell ausfedert, so wird das keine saubere Linie. Nie nicht. Evtl. zuwenig Zugstufe? Woos waaas i – bin ich Rennfahrer?

Das üble Geholper raus bis Ratten schlucken die Federelemente dafür perfekt, ich sehe die Löcher eigentlich nur, spür sie nicht. Flottes Tempo ist ohne Stress möglich, die Bremsen sind auch erstklassig und fein dosierbar - solang man halt nicht in die Kurve reinbremst.
Weiter über die Schanz, dann lockt der Pogusch. Wirklich schlimm gerät hier allerdings der erste Versuch, eine zu flott angefangene Ecke mit sanfter Vorderbremse zu korrigieren: *ZOIIING* erhebt sich das Trumm schlagartig in die Senkrechte und will gradaus in den Wald! Also SOWAS von Aufstellmoment hab ich noch nicht erlebt - I’m not amused. Gut, also umstellen auf artgerechte Haltung ;-) Tempo schon vor der Kurve richtig einstellen, dann auf Zug durch. So geht das gleich viiiel besser, und anschieben tut das Ding ja grandios.

Im Thörlgraben raus nach Kapfenberg lauf ich auf ein paar 600er Nakeds mit W-Kennzeichen auf, aber die wehren sich nicht mal. Schau ich so böse aus im Rückspiegel oder hat sie das laute Schruppen meiner Fußrasten auf den heftigen langen Wellen irritiert *hihi*?
Den Rest des Tages wartet noch ein bissl Arbeit in Bruck, dann geht unspektakulär heim nach Graz.

230km, Der Bordcomputer meldet 6,4l Verbrauch. Pöhser Purche!




Dienstag – Vertiefung
Heute ist eine längere Kennenlern-Runde geplant, damit die Tour ab morgen dann richtig Spaß macht. Ich konzentrier mich dabei primär auf die kleinen Strasserln, die wir auch sonst hauptsächlich fahren, auch um wieder ein bissel von gestrigen Speedtrip runter zu kommen.

Erst mal eine Stunde mit Bürste, Fingernägeln und Kärcher verbracht, damit die Dicke wieder fesch ist, und dann nördlich von Graz durchs G’hackte (für Insider: Stübinggraben, St.Pankrazen, Stiwoll, St. Bartholomä, Stallhofen…). Über Piber, Salla aufs Gaberl. Heut geht’s schon besser, ich brems nur mehr selten in Kurven, genieße den Sallagraben, der geht meiner unmaßgeblichen Meinung nach eh am schönsten, wenn man weich und rund durch“surft“. Im Kurveneingang Gas zu, dann klappt sie wunderbar rein, und mit sanftem Gas kommt sie dann von selber wieder hoch, egal in welchem Gang. Echt lustig! Es schrammt auch nur mehr selten am Boden – schön langsam wachs ma z’samm.

Dann flüssiger Swing über Fohnsdorf, Pöls, Oberzeiring Richtung Lachtal. In Niederwölz kann ich selbstverständlich wieder rechts und links nicht unterscheiden und lande in Murau statt wie geplant Neumarkt. Egal, St. Lambrecht ist auch nett, dann geht’s über Mühlen aufs Klippitztörl, und via Pack zurück nach Graz. So schwerelos die FJR bergauf wirkt, so mächtig schieben bergab die Massen nach außen, wenn man mit einem zu hohem Gang - wir erinnern uns, das Motorgeräusch hilft nicht beim Einschätzen - in die Ecken rollt. Bremsen kommt hier bekanntlich auch nicht gut, also ist Körpereinsatz gefragt, um sie doch noch runter zu bringen – und die Ganganzeige wird dein Freund.

Ich komme mehr und mehr zum Schluss, dass wohl der scheußlich eckig gefahrene Qualifier-Vorderreifen, der noch dazu für das Gewicht eines Tourers nicht wirklich gemacht ist, an dem extremen Aufstellen und dem leichten Widerstand beim tiefen Reindrücken schuld sein muss – man spürt die Kante deutlich. Der reine Grip ist allerdings nach wie vor tadellos.

In Graz tanken, dann noch eine entspannte, wunderschöne Abstauber-Runde: Weiz (wieder eine nervöse Supersport-Nachwuchshoffnung, der ich in den langen Kurven fast in den Auspuff fahre(!?), Weizklamm, Passail, Rechberg, sehr beschwingt heim.

450km, nur mehr 6 Liter Verbrauch, keine Fotos. Brav.




Mittwoch – Jetzt geht’s los
Unsere Altherrenrunde war heuer leider auf 2 Mitglieder geschrumpft (der Dritte musste Geld verdienen), also war die Frühjahrstour ein eher intimes Ereignis. Das Packen der Koffer war ähnlich ernüchternd wie bei meinen Vortestern, Gott sei Dank war ich allein unterwegs. Die Koffer sind zwar hübsch, aber bleischwer und innen echt zu klein. PDA mit TomTom und vorher ausgetüftelten Routen in die Tanktasche, Ladegerät an die serienmäßige 12V-Steckdose der FJR, und ab.

Treffpunkt mit Robert und seiner VFR750 war gleich am Gaberl oben, vermutlich wollte er beim Rauffahren nicht auf mich warten müssen ;-) Nach Kaffee geht’s los, ich voraus. Er musste sich erst an den ungewohnten Anblick vor ihm gewöhnen, sagt er. Naja, jedenfalls musste er nicht warten :-))

Dann wie am Vortag Richtung Lachtal, pipifeine Räucherforelle am Gellsee eingeworfen – schließlich ist Urlaub - und weiter übern Sölkpass.

Dort spielt die FJR wieder ihr Komfort-Fahrwerk aus, und ich bin kurzfristig allein, weil die VFR ordentlich bockt und zickt auf dem lausigen Belag. Runter nach Haus (Tanken), dann weiter Richtung Westen. Inzwischen hat’s über 30 Grad, es wird ein bissl mühsam. Eisessen im Schatten in Altenmarkt, über Wagrain (recht lustig) runter nach Bischofshofen.
 
Jetzt wartet das zweite Highlight des Tages, der Dientner Sattel: immer wieder traumhaft, Landschaft, Strassenverlauf, Supergrip, das kann echt was. Ein sehr motivierter Hartberger SpeedTriple-Fahrer zieht vorbei und hat’s mächtig eilig, den lassen wir sinnvoller Weise ziehen. Man sollte seine Grenzen kennen und akzeptieren, das spart manchmal viel Ärger. Die Tourenreifen wurden auch so schon recht klebrig ;-)
 
Dann bei 34 Grad durchs Salzachtal, angesichts der nicht abreißenden Autokolonne funktioniert der Gasgriff ähnlich wie die Zoomtaste auf einer Playstation – immer wieder sehr nett, das. In Wald im Pinzgau Quartier gesucht und bezogen, Gewitter durchs Fenster betrachtet. Paaaast.

Heute 372km, 6,1 l/100km.



Donnerstag – Nach uns die Sintflut
Gleich vom Quartier weg die alte Gerlosstraße gesucht, wir wollten Autobahnen (wie die noch dazu mautpflichtige neue Strasse) ja möglichst vermeiden.

Leicht machen sie es einem dabei nicht, die Schilder sind klein und wenige. Das Mautzahlen holen wir aber gleich darauf nach, als wir die Zillertaler Höhenstraße heimsuchen, trotz Grabungen, Asphaltierungsarbeiten etc. Das Wetter zieht ein bissel herum, ist aber an sich sehr OK bis auf vereinzelte Nebelschwaden.


Aus dem Zillertal raus über Schwaz, dann links rauf nach Rinn, Tulfes (echt nett, aber ziemlich rutschiger Belag), runter nach Innsbruck, den Stauwahnsinn hätten wir uns allerdings sparen können. Als Entschädigung dann Sellrain und Kühtai. Das heißt nicht nur so, dort stehen die Küh (und Pferd!) wirklich auf der Strasse herum, schaut vor allem bei den Highlandern witzig aus :-)

Runter ins Ötztal, bei Sautens gibts gleich wieder eine Expedition durch den Wald nach Roppen, dann aus dem Pitztal bei Wenns rauf nach Piller. Danke an Franz (bandit3) für den Tipp – das ist wirklich schön da oben! Zurück nach Landeck und rein ins Samnaun.

Da wir am Vormittag im Zillertal einige Zeit liegengelassen haben, sind wir spät dran, und auf den nächsten 40km fällt die Temperatur um 11 Grad. Nasse Sturmböen und die Wolkendecke auf Kirchturmhöhe machen die Silvretta heut nur mäßig attraktiv, also bleiben wir spontan in Galtür, was die Reiseplanung ein wenig® umschmeißt. Ein freundlicher Eingeborener lotst uns von der Infotafel in ein Motorradhotel – er war seins, wie sich bald herausstellt ;-) War aber alles in Ordnung, Zimmer, Essen und Preis OK. Robert nutzt den Gratis-Kärcher und die Schrauberecke zur Kettenpflege im Trockenen, auch nicht unpraktisch. Am Abend hören wir im Radio, dass beinahe unsere ganze Tagesetappe von Hagel, Überschwemmung und Vermurungen heimgesucht wurde. Offensichtlich haben wir wieder mal Glück gehabt…

300 (intensive) km, 5,8 l auf 100km.



Freitag  - Kilometerfressen


In der Früh bekomm ich einen Lachkrampf, als ich in die Garage komme: stehen doch sage und schreibe 5 (fünf!) FJRs in Reih und Glied, nebst ganzen 4 anderen Motorrädern. Und den Dienstfahrzeugen des Wirts natürlich: eine KTM 950 Adventure und eine Duc 1100 Hypermotard *lechz*

Da unser Plan gestern ein wenig von der Realität zerzaust wurde, planen wir die Route unter Mithilfe des Wirts um und fahren zwar über die Silvretta ins Montafon, aber dann gleich wieder übern Arlberg zurück nach Tirol. Auf der ersten Passhöhe wähnen wir uns in den Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo 2“, als ein ausgewachsenes Schiff(!!) auf einem Tieflader entgegen kommt.

Das g’hört dort aber hin, war scheinbar übern Winter im Service. Unten in Xsibergien beginnt es ein bisschen zu regnen. An der Umzieh-Tankstelle dann heftige Zylinderinflation, als zuerst 3 GoldWings (nur eine davon mit Anhänger, immerhin ;-) eintrudeln und gleich drauf 2 Boss Hoss.

Ich bin zwar schon alt, hab so was aber trotzdem noch nie live gesehen und bring folgerichtig den Mund fast nicht mehr zu. Aber man muss ja nicht alles verstehen. Ich zitiere Robert: „wir beobachten mit Staunen, wie eine Tankstellenausfahrt bzgl. Schräglagenfreiheit zur echten Herausforderung werden kann.“ Am Arlberg Nebel, 11 Grad und 20m Sicht, also weiß ich noch immer nicht, wie’s dort oben ausschaut.

Zurück in Tirol trocknet es auf, und wir rauschen über die A12 bis zum Achensee. Die FJR ist echt das erste Motorrad, mit dem mir sogar Autobahnfahren halbwegs Spaß macht, wirklich erstaunlich. An Achensee und Sylvensteiner See vorbei rein nach Bayern, und gleich wieder links über ein reizendes Mautstrasserl von Vorderriss nach Wallgau. Dann nach Norden Richtung Kochelsee, endlich die bei den Germanen berühmte Kesselbergstrasse ausprobieren. Ist zu Recht berühmt, zwar nicht sehr lang, aber ziemlich enge, gleichmäßige Radien, Superasphalt, allerdings schlimmes Tempolimit (60, sagt man). Geil, wenn auch mit metallischen Kratzgeräuschen verbunden.

Pause in Bad Tölz (bei den Portionen dort ist die Statur des gleichnamigen Bullen kein Wunder), am Schliersee vorbei auf das ebenso berühmte Sudelfeld. Hat mich ein bisserl an den Geschriebenstein erinnert, den die Burgenländer ja für einen Berg halten ;-), sind aber 12 feine Kilometer, die nahtlos in ein lustiges Stück Strasse namens „Tatzelwurm“ münden. Angeblich hätts auch dort ein 60er-Limit gegeben; jedenfalls eine lässige Strasse vor genialer Kulisse, fast schon so kitschig wie in einem Sissi-Film. Leider gibt’s keine Fotos, offensichtlich war’s so lustig, dass keiner von uns stehen bleiben wollte.

Zum Tanken g’schwind zurück nach Österreich, und über Kössen, Waidring und Lofer zum Tagesziel Königssee. Nach fetten 509 km tut mir fast nix weh, ich könnt noch weiterfahren. Wir beziehen trotzdem unterm Watzmann Quartier. Im Waldhauser Bräu oa Massss Bier und Schweinsbrodn bstöit, passt scho.

Sensationelle 5,4 Liter Verbrauch, die VFR wollte heute fast einen Liter mehr!




Samstag – ab in den Süden
Die Heimat ruft. Also aufgesattelt, rauf auf den Obersalzberg (unrühmliche Geschichte als Hitlers Reichskanzlei) und die, natürlich mautpflichtige, Runde übers Rossfeld. Wiederum absolute Empfehlung, vor allem wenn man nicht oft in der Gegend ist.

 
Gleich hinterm Hügel liegt der Dürrnberg und dann Hallein. Gemeinsam mit ein paar sehenswerten 30er-Jahre-Autoveteranen rollen wir ganz brav und StVO-konform durchs Wiestal Richtung Salzkammergut, nach wie vor eine Traumgegend. Fuschl-, Wolfgang-, Krotten-, Mond-, Atter-, Traunsee, dort endlich ein Cafe mit Seeterrasse gefunden ;-)
 
Dann über Scharnstein, Windischgarsten, Hengstpass (stellenweise etwas sandig) zurück in die Steiermark und als Drüberstreuer noch die Wildalpen. Wenn man hier andrückt, beginnt die FJR zwar irgendwann ein bisserl zu schaukeln und zu arbeiten, aber da ist man schon eher flott unterwegs – überholt hat uns zumindest keiner.
 
Nach Zufuhr eines Obi g’spritzt gehts dann wie üblich über Gußwerk und den Seeberg heim nach Graz.
 
432km. Verbrauch: ca 5,6l Tagesschnitt.



Sonntag – Ruhetag
Bissel Grillerei, Nachbesprechung, Reflektion. Mittwoch bis Samstag fast 1700km, nur 1x minimal nass geworden, so richtig schee wors. Der Vorderreifen ist zwar etwas runder geworden, aber dafür jetzt endgültig illegal. Ich werd offensichtlich alt, weil ich in jedem Hotel irgendwas liegen gelassen hab. Ja, und vielleicht sollte man die Tagesetappen etwas kürzer planen, wenn man von der Gegend auch noch was mitkriegen möchte ;-)
0 km.



Montag – Rückgabe

In der Früh richtiger Regen, bis Nachmittag keine Besserung angesagt. Plane also Mürztal und  Semmering-Schnellstraße. Zu Mittag reisst es wider Erwarten doch noch auf, also hurtig ins Gwand und doch noch via Mixnitz, Gasen, Birkfeld, noch mal Feistritzsattel, Otterthal, Gloggnitz, S6/A2 nach Wiener Neustadt.

Die wetterbedingt recht dreckige FJR mit 25096km und einem weinenden Auge in der Redaktion abgegeben und noch in die Werkstatt begleitet – den Service hat sie sich redlich verdient. Und den neuen Vorderreifen sowieso ;-)

164 km heute, 2435km insgesamt, Gesamtverbrauch 5,74 L/100km.



Fazit
Österreich ist ziemlich schön, aber Bayern ist auch nicht schlecht.

Zur FJR: Grundsätzlich ein echt beeindruckendes Radl. Sportler ist sie keiner, kann aber viel mehr als man ihr zutraut, solang man nicht mit Gewalt herumreißt. Eh klar, irgendwie. In Kärnten tätens sagen: lei laaafn looosn. Stimmt, nur nicht bergab, da fordert die Masse ihren Tribut. Definitiv keine Schaukel, die Fahrwerkverstellungs-Schrauberln sind keine Placebos, sondern zeigen Wirkung.

Der Motor ist bärenstark, recht sanfter Einsatz, extrem linear, geht schon bei 2500 und hört bis +8000 nicht mehr auf. Und dabei auch noch sparsam. Vorsicht, Suchtgefahr! Die Tonlage ist dezent, aber autoritär, erlaubt sich ein fast schon frivoles Brabbeln und Spotzen im Schiebebetrieb. Getriebe butterweich, Kardan IMHO nicht spürbar. Etwas harte Lastwechsel. Bremsen makellos, 2 Finger reichen, ABS serienmäßig und nur spürbar, wenn gebraucht. So will man das. BMW, schau oba!

Extrem viel Platz, auch für zwei. Die üppige, aber sinnvolle Ausstattung (Scheinwerferhöhenverstellung im Cockpit!) gibt keine Rätsel auf, Griffheizung ist wirklich sinnvoll und in der Liga sowieso unverzichtbar. Gutes Licht, und Rückspiegel, in denen man echt was sieht! Die Koffer sind, wie von allen moniert, allerdings lächerlich winzig. Der 25l-Tank in Verbindung mit den moderaten Verbrauch sorgt für enorme Reichweite. Autoritäre Erscheinung wirkt scheinbar nicht nur in Dosenrückspiegeln ;-))

Wenn ich öfter zu zweit verreisen könnt/tät und reich wär, käme das Ding sicher auf meine Einkaufsliste!

Zu den Reifen: Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die unangenehme Aufstellerei und die Bockigkeit beim tiefen Umlegen primär auf den fertigen, eckigen Vorderreifen zurückzuführen war. Deswegen sag ich fairerweise nix über den Qualifier, der gehört da ja auch nicht drauf.  Trockengrip hatte er genug, im Nassen wars allerdings nicht so toll, da bin ich von meinen Michelin Pilot Power ziemlich verwöhnt.

Der hintere Roadsmart, den ich neu bekommen hab, war stabil, harmonisch, schnell warm und ist problemlos ganz auf die Kante raus gegangen, ohne jemals negativ aufzufallen. Hatte nach 2500km leichte Schuppen vom Beschleunigen an der Flanke gebildet, musste aber auch die ganze Zeit fest arbeiten ;-) Hier also alles im grünen Bereich.

Und zu guter Letzt: Danke an die 1000PS-Mannschaft und Yamaha Austria für diese geniale Aktion, und natürlich an Marion, den guten Geist der Redaktion, für die extrem nette und unbürokratische Abwicklung!


Anlagen (10)

< Beitrag bearbeitet von rpitz -- 14.7.2008 22:06:20 >
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Echt toller Bericht! - 15.7.2008 12:10:13   
faxxe


Beiträge: 53
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OT
War bei meiner FJR nach dem der Vordereifen nahe dem Ende war, ganz gleich.
Eine fast schon unangenehme Neigung, sich beim Bremsen aufzustellen und (wie du schön geschrieben hast) gleich geradeaus in den Wald zu wollen 8)

Neuer Vorderreifen und dann passt´s wieder.

Gruss,
Heimo



(in Bezug auf rpitz)
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Dankedanke - 16.7.2008 8:58:25   
rpitz

 

Beiträge: 16
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quote:

ORIGINAL: faxxe
Echt toller Bericht! [...]
War bei meiner FJR nach dem der Vordereifen nahe dem Ende war, ganz gleich.
Neuer Vorderreifen und dann passt´s wieder.


Danke für die Blumen 

Irgendwie wollte ich dem geneigten Leser halt auch ein bisschen detailliertere Eindrücke vom Motorrad vermitteln. Jedenfalls hab ich den Sinn der Aktion so verstanden , ich hoffe, es ist gelungen.

Der Dauertest scheint ein wenig im Schatten der Vorderreifen zu stehen, zuerst der Karkassenbruch in Kroatien, und als Folge die eher ungnädige Reaktion der FJR auf einen "falschen" Reifen. Obwohl der Qualifier von Dunlop für die FJR "freigegeben" ist, ist er definitiv nicht erste Wahl für das Radl. Ich hab jetzt im Nachhinein erst gelesen, dass er auch auf anderen, leichteren Radln (Z750, Shiver) schon durch starkes Aufstellmoment und sub-optimalen Nässegrip aufgefallen ist. Gut, also spinn ich wenigstens nicht komplett Auf einer kürzlich probegefahrenen Triumph 675 StreetTriple wär er hingegen nicht ungut aufgefallen, das war aber ein "Qualifier RR" und es war trocken.

Irgendwie schad, ich hätt gern probiert, wie sich das Schiff mit den gelobten Roadsmart benommen hätte.
Welche Reifen fährst du jetzt eigentlich und wie zufrieden bist damit?

rudi


(in Bezug auf faxxe)
Private Nachricht senden Post #: 3
......... - 16.7.2008 21:17:50   
faxxe


Beiträge: 53
Mitglied seit: 13.11.2005
Status: offline
quote:

ORIGINAL: rpitz

Welche Reifen fährst du jetzt eigentlich und wie zufrieden bist damit?

rudi


Hallo Rudi,
ich habe den 2.Satz Metzeler Roadtec Z6 drauf. War schon als Originalsatz montiert. Nach ~5000km war aber das Vorderrad links und rechts glatt und fast unfahrbar (Aufstellmoment); bei ~6.500 der HR.
In der "FJR Szene" scheint aber dieser Reifen noch sehr beliebt und verbreitet zu sein.
Überrascht hat mich die sehr gute Nässehaftung. Als nächsten werde ich einen Satz Michelin Pilot Road
"probieren"

-heimo





(in Bezug auf rpitz)
Private Nachricht senden Post #: 4
Reifenpoker - 16.7.2008 22:35:56   
rpitz

 

Beiträge: 16
Mitglied seit: 18.2.2007
Status: offline
quote:

ORIGINAL: faxxe
Z6...  Als nächsten werde ich einen Satz Michelin Pilot Road "probieren"


Ahhhja. Aber schon den Pilot Road 2, nicht die Urversion, da war angeblich noch zuviel vom unseligen Macadam drin!?!

Du scheinst die Dicke ja auch eher im Winkelwerk zu scheuchen, wenn der Vorderreifen vor dem hinteren stirbt - sehr sympathisch  Ich hab auf der Fazer nach einigen Garnituren Pirelli Diablo derzeit den Pilot Power (ohne 2), der ist im Trockenen sehr gut, in Nassen ohne Übertreibung sensationell. Je nach erreichbarer Lebensdauer spekulier ich aber damit, auch mal den PilotRoad 2 zu probieren, schlicht aus Kostengründen. Mit dem Z6 macht man aber auch auf fast keinem Radl was falsch, soviel steht inzwischen fest...

lG, rudi

(in Bezug auf faxxe)
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