Ist ABS gefährlich?

 
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Ist ABS gefährlich? - 21.12.2012 9:55:41   
eveleddie


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Hallo Leut,
wollt Euch meinen Blog-Beitrag über ABS nicht vorenthalten:

2016 kommt EU-weit die ABS-Pflicht für alle Motorräder. Nun stellt sich die Frage: Rettet dieser Beschluss Bikerleben und reduziert Verletzungen oder ist dies wieder nur ein Komödienparagraph à la Gurkenkrümmung?

Meine Erfahrung auf zwei Pneus sagt mir: „Warum nicht schon früher? Macht doch das Bremsen um Welten kontrollierbarer!“. Ein bisschen Bücherschmökern befiehlt meiner Beurteilungskompetenz: „Nicht genügend! Bitte setzen!“ So einfach, wie es sich die klugen Herren der Verkehrshochsicherheitskommissionen denken, ist es leider nicht.

Schon allein die These der Risikokompensation besagt, je mehr gefühlte Sicherheit ich verspüre, desto mehr wage ich. Macht uns ABS also sorgloser und risikobereiter? Erhöht ABS die Wahrscheinlichkeit schwer zu verunglücken?

Eine Antwort auf diese Fragen, abseits der vermutlich von der Fahrzeugindustrie gesponserten Crashtests, geben uns die Herren Aschenbrenner(!!) und Biehl. Ihre ABS-Forschung aus den 80er Jahren zählt bei einer Münchner Taxiflotte im Durchschnitt mehr Unfälle mit ABS ausgestatteten Fahrzeugen als mit deren Karossengenossen ohne ABS. „Klar doch, in den 80ern war das ABS nicht so ausgefeilt wie heutzutage und brachte daher nicht den erwünschten Effekt!“ denkt sich der kritische Leser. Nix da. Das Taxiunternehmen und unsere beiden Herren nahmen 10 Dosen mit und 10 ohne ABS und rüsteten diese mit Instrumenten aus, welche die Beschleunigung und die Bremskraft messen sollten. Der Niederschlag: Die Taxilenker, welche ABS-Fahrzeuge lenkten, fuhren und bremsten riskanter.

Die Finanzwirtschaft kennt diese Beziehung zwischen Haftung und Sicherheit, die uns mitten auf den aalglatten Boulevard de la Kack dirigiert, nur allzugut. Ihr Name ist: ABS – Asset Backed Securities – der Teufelsparagraf, welcher den Kreditgeber von der Haftung!!! für das faule Darlehen mit dem kreditunwürdigen Opfer befreit. Dieses – ursprünglich für die Finanzsicherheit gedachte – Feature verführte entrückte Finanzhaie erst recht zum Zocken. Folglich steckt nun der Karren im Strassengraben.

Bezweckt die Europäische Union mit der beschlossenen ABS-Pflicht etwa, dass wir riskanter fahren? Mit dem Sensenmann zocken? Sollte es so sein, finde ich diese Institution echt geil. Da sitzen doch noch ein paar vernünftige Leute in den Brüssler Gremien, die klammheimlich uns zum Herbrennen verleiten. Lobbyisten der Wagnis und des erfüllten Lebens.

Für diejenigen, die trotzdem noch an Brüssel zweifeln. Das Youth Bulge Syndrom besagt, dass es nur in den Ländern zu Kriegen kommt, in denen es überschüssige junge Männer gibt. Jetzt wissen wir, warum sich die EU für den Friedensnobelpreis qualifizierte.


merry v-max,
eveleddie



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Ich - 21.12.2012 11:24:30   
Muhhh


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denke, die Annahme man wolle die Mot-Fahrer dazu animieren riskanter zu fahren, durch den Einsatz von ABS, ist a bissl weit hergeholt. So glaube ich ist das nicht gemeint.

Über Sinn und nicht Sinn von ABS wurde und wird hier schon sehr intensiv diskutiert, wobei natürlich plausible Argumente sowohl für aber auch gegen ABS sprechen.
Ob der Ankauf eines Fahrzeuges mit ABS für Jemanden wichtig ist, sollte wohl jeder selbst entscheiden.

Mein Bedauern ist halt dieser mal wieder vorrauseilende Gehorsam der Behörden, welche auf selbsternannte Verkehrsexperten und auch die Fahrzeugindustrie hören .

Frei nach dem Motto: wenns't a ABS hast, senkst die Unfallstatistik.

Das Problem ist nur, dass bei den Unfällen nicht miterhoben wird ob der Bremseinsatz überhaupt stattgefunden hat oder auch nicht. Wenn dir hinten jemand drauffährt oder dich von der Seite Abschießt, es dich in einer Kurve aufs Maul haut wegen zu hoher Schräglage etc., ist es ziemlich wurscht ob du ABS hast oder nicht.

Es ist aber auch Typisch für den Gesetzgeber erst mal eine Vorschrift rauszurülpsen um dann laaaangsam eventuelle Anpassungen vorzunehmen. Wer sind schon die paar Motorradfahrer?!

Ich bin nicht grundsätzlich gegen ABS, hatte schon mehrere Fahrzeuge mit ABS unterm Hintern, und habe eigentlich nichts Negatives beobachten können, ganz im Gegenteil: Auf einer Yamse FZ1 mit ABS im Regen, konnte ich ABS im Einsatz spüren. Keine Ahnung ob ich ohne ABS am Maul gelegen währe, aber ein AHA-Effekt war es allemal.
Für weniger erfahrene Fahrer sicher kein Nachteil, zumindest so lange bis sich das richtige Gefühl entwickelt hat.

Was bei einer Strassenmaschine sicher für sich spricht, ist bei einer Enduro zb, ein no go. Das wäre im Gelände nicht fahrbar. Es müsste daher abschaltbar sein, was aber dem Sinn des Gesetzes widersprechen würde, wo also geht das hin?

Es ist wie mit dem Angurten im Auto. Die paar wenigen, welche nicht angegurtet waren und genau desshalb überlebten, sind der Kollaterale Effekt und daher zu vernachlässigen.
Genau diese Einstellung wird in diesem Fall auch für ABS angewendet, ohne dabei zu beachten hier Äpfel mit Birnen zu vergleichen.


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Technischer Teil - 21.12.2012 12:07:35   
Lupusz


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Ein Anti-Blockiersystem bei Autos ist mit Systemen an Motorrädern aus physikalischen Gründen rund um die Fahrdynamik nicht vergleichbar!
Bezogen auf den Bremsvorgang unterscheidet sich ein Motorrad vom Auto durch einen extrem hoher Schwerpunkt im Vergleich zum Radstand und meist einem grösseren Federweg. Zusätzlich fehlt bei den meisten Motorräder eine Kompensation gegen das Nicken beim Bremsen (z.B. Telelever).

Für eine effektive Bremsung muss erst die Gesamtgewichtskraft in Richtung vorderen Reifenaufstandspunkt verschoben werden, um ausreichend Kraft für die Reifen-Boden Verbindung zu bekommen. Nachdem genügend Druck aufgebaut ist (zeigt sich als Folge an der eingefederten Vorderradgabel) versuchen Fahrer/oder ABS den maximalen Bremsdruck zu finden, bei dem das Hinterrad noch am Boden bleibt oder das Vorderrad nicht wegrutscht.
Da ABS Systems ja nicht wissen, welche Fahrbahnzustände in naher Zukunft folgen werden, wird die Bremse beim Blockieren erst einmal sehr stark gelöst. Dabei wandert die Gewichtskraft wieder vom Vorderreifen weg, wo sie aber dringend gebraucht werden würde. Dadurch federt die Vorderradgabel aus, der Gewichtskraft steht fast wieder normal auf die Fahrbahnoberfläche und man kann nur mehr sehr wenig Bremskraft auf die Straße bringen.
Erst danach beginnt das System wieder Bremsdruck aufzubauen und den Gewichtskraftvektor damit wieder nach vorne zeigen zu lassen.

Früher ging das sehr ruckartig, sodass selbst Sonntagsfahrer das Problem des dahinstempelnden Vorderrades erkannten. Diese System haben sich nicht durchgesetzt weil selbst technisch Ahnungslose solche ABS als tödlich klassifizierten.

Die neuen ABS Systeme arbeiten viel feiner und man spürt das Problem nicht unmittelbar - das physikalische Problem ist geblieben, aber einfach auf Kosten eines längeren Bremswegs verschoben worden. Auf trockener Straße merkt man das natürlich nicht, weil sowieso viel zu viel Bremskraft für den hohen Schwerpunkt vorhanden ist (Überschlag wahrscheinlicher als rutschendes Rad). Damit sagen viele Unerfahrene Zeitgenossen, dass ein ABS fast genauso gut bremst wie der Mensch. In Wirklichkeit wird in gefährlichen Situationen einfach weniger gebremst als möglich wäre, um den Fahrer das Problem mit dem Finden des optimalen Bremsdrucks (Ruckeln) nicht spüren zu lassen.
Man schenkt so in Notsituationen einfach viel Bremsweg her.

Es gibt nicht nur schwarz oder weiß - ABS bei Motorrädern ist aber durchaus sinnvoll, wenn Motorräder vorne beim Bremsen nicht einfedern und der optimale Bremsdruck am Vorderreifen sehr kurzfristig zur Verfügung steht (BMW Telelever). Dieses Fahrgestell verhält sich dann ähnlich wie bei einem Auto und das ABS kann fast unabhängig von der aktuellen Radlastverteilung regeln. Dort macht ABS auch technisch Sinn!

Nur weil ABS beim Auto sehr gut funktioniert, heißt das aber noch lange nicht dass es auch für Motorräder gut ist.
Es ist aber auch meine Erfahrung, dass manche Leute noch schlechter funktionieren als ein Motorrad ABS. Für die empfiehlt sich dann diese EU Regulierung.
Demnach wäre es aber besser, den Fahrern es selbst zu überlassen welche Assistenzsysteme sie verwenden!

Eine einheitlich Regelung über Bremssysteme an allen Motorrädern behördlich vorzugeben, ist an Dummheit wohl schwer zu überbieten.
Ich wäre dankbar für gute Erklärungen, welchen Mehrwert ABS auf einer Enduro mit Stollenreifen hat!


vG,
Lupusz

< Beitrag bearbeitet von Lupusz -- 21.12.2012 12:16:28 >

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Diesmal - 21.12.2012 13:25:34   
kps_Pilgram1


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...Kurze Rede Langer sinn...sois Ruhig kommen Der Schwachsinn. eine Der ersten Arbeiten nebam Ölwechsel wird sein den Bleedsin, zu Deaktiviern. Warum?...i foahr seit 1984 OHNE ABS..und bis Heite ists Guat gangen. Und Außadem Reagier i Inzwischn scho Voi Allergisch , bis Neirotisch wenn i schon Den Namen EU -Nur hör.Abschließend hat mir Generell sowiso Neamands wos zum sogn. (außa i mir selba)Und Die dortn schon glei 10 mal ned

Ganz einfach -Und Aus


Lg Pg

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mal abgesehen - 22.12.2012 1:19:33   
Mille


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mal abgesehen von der Politischen Seite:

Mache seit ein paar Jahren regelmäßig beim Wettbewerb "Sicherster Motorradfahrer" vom ÖAMTC mit. Und ich habe noch nie eine Maschine mit ABS unter den besten 20 von mehr als 40 Teilnehmern beim Bremswettbewerb gesehen. Der Grund: Des Mensch als sagen wir "trainierter Supercomputer" kan bei weitem feinfühliger arbeiten (den Bremsdruck verringern bevor das Rad blockiert und nicht danach) und somit haben die ABS-Bikes meist 15% mehr Bremsweg als normale Bikes bei einem geübten Fahrer.

Fazit, ABS für Anfänger = gut, aber sie werden nie richtig Bremsen lernen
ABS für geübte Fahrer die ein Aufwärmtraining im Frühjahr als Pflicht sehen = ABS schlecht.

Meine Meinung.

MfG Mille

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Fazit - 22.12.2012 10:56:32   
Olponator


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quote:

ORIGINAL: Mille

... somit haben die ABS-Bikes meist 15% mehr Bremsweg als normale Bikes bei einem geübten Fahrer.

Fazit, ABS für Anfänger = gut, aber sie werden nie richtig Bremsen lernen
ABS für geübte Fahrer die ein Aufwärmtraining im Frühjahr als Pflicht sehen = ABS schlecht.


genau solche Statements, die auf ErFAHRung beruhen, braucht die motorradfahrende und -kaufende  Welt. In Verbindung mit der technisch bedingtenen Unzulänglichkeit des Systems, welche Lupusz beschrieb, sind sie unschlagbar und unverzichtbar:

-- zum Einen zeigen sie der Industrie, daß sie technisch nachbessern muß, damit ihr Sicherheit versprechendes Produkt von Mitdenkern angenommen wird

-- und zum Anderen stopfen sie denjenigen die blöde Goschn, die in vorauseilendem, technikgläubigem Gehorsam und meist ohne ausreichenden FAHRerischen Hintergrund alten Hasen einreden wollen, wie 'sicher' die Verwendung von ABS doch sei

Lustig wäre nun zB ein Argument der Befürworter, daß die ABS-Bremser beim Vergleichstest nur nicht so richtig mit dem elektronischen Medium haben umgehen können - einige sind bestimmt dumm genug, derartiges zu behaupten ... und dem Helmi vom VCÖ fällt sicherlich auch ein guter/anderer Entschuldigungsgrund ein ... ;-)


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Demo gegen TTIP :
Samstag, 17. September 2016
Wien-Linz-Salzburg

Bitte teilnehmen !
Info:

https://www.global2000.at/events/ttip-ceta-demo-wien

Homepage http://tinyurl.com/h5poe

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Ergänzend - 22.12.2012 12:25:59   
Muhhh


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zu meinem obigen post will ich noch was anfügen:
Ich selbst fahre seit den späten 70er Jahren Motorrad, und nannte noch nie ein Mot. mit ABS mein Eigen, obwohl ich schon einige über längere Strecken gefahren bin.
Ich bin ebenfalls überzeugt davon, dass ein erfahrener und geübter Fahrer, welcher mit äussester Konzentration unterwegs ist, wie etwa bei einer Etappenheize oder auf der Rundstrecke, den besseren Bremsweg hinlegt als mit ABS.(eigene Erfahrung).

Die technischen Erläuterungen sind sehr informativ aber waren auch schon bekannt. Man kann auch hinterfragen was besser ist. Entweder Bremsweg verschenken und daher wo reinkrachen oder mit blockierendem Vorderrad gleich aufs Maul fliegen und dann wo reinkrachen.
Das eigentliche Problem ist aber das Willkürliche, nämlich eine Situation, die man nicht erwartet bzw. wenn man nach mehreren 100Km fahren vielleicht doch nicht mehr ganz so frisch ist.
Da kann dann die "Schrecksekunde" schon mal dazu führen eben nicht soo gezielt zu bremsen, sondern eben reflexartig den Anker zu werfen, tja und dann kann es eben sein, dass....

Natürlich kann man jetzt großartige Ansagen machen wie etwa, wennst schlafen willst bleib daham oder träum wo anders , mir is des no nie passiert etc. Na ja, all denen kann ich nur gratulieren, weil ich kann das von mir nicht behaupten wenn ich nach einer 700Km kurvigen Tagestour gegen späten Abend, womöglich nasser Fahrbahn, wieder in heimische Regionen komme. Da ist man nimmer mehr so fit wie bei der Abfahrt.

Aus dieser Sicht ist ABS sicher von Vorteil, wenn es eben zuschaltbar sein sollte und im "off" Zustand keine hinderlichen Nebenerscheinungen mit sich zieht.
Aber genau das will ja der Gesetzgeber nicht, weil sonst hätten ja WIR die Entscheidungsfreiheit.

In diesem Tread geht es wie gesagt nicht um für oder wider ABS, sondern mal wieder um Bevormundung

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siehste - 22.12.2012 16:12:02   
silli


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quote:

Schon allein die These der Risikokompensation besagt, je mehr gefühlte Sicherheit ich verspüre, desto mehr wage ich.

ist mir neu
aber deshalb fahre ich ohne technische sicherheitshelferlein,#

o und i fohr imma noch wia a nudelaug....ttzzzz..ttzz....
konn leicht sein das i ongst hob

oba mir schnurri ,woss de penner beschliessen oda fohrschreiben (kimmt von abfahrt mit denna spassbremsen).
is jo noch a bisselle bis 2016,
de hoffnung das de welt untergeht hot sich jo a nit erfüllt
griasserl


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Verkehrssicherheitskomitee - 22.12.2012 16:26:03   
eveleddie


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Ja, lieber Olponator, Erfahrung ist genau das, was der "motorradfahrenden und -kaufenden Welt" und vor allem denen, die über diese Welt bestimmen. Es fängt ganz oben an im Ministerium, welches meist von KfV (finanziell?) beraten wird - (übrigens Helmi ist das Schreckgespenst des Kuratoriums nicht des VCÖ) und geht weiter bis zum Fahrsicherheitstraining in der Mehrphasenausbildung in der Motorradfahrer von nichtmotorradfahrenden Psychologinnen geschult werden. Es mangelt vielerorts daran.
Darum sind solche Statements wie die von Dir, Mille, Goldes wert.

Hey, wir könnten uns bei der nächsten Wahl als Verkehrssicherheitskomitee aufstellen lassen: Mille bringt die Erfahrung, Lupusz das technische Wissen, Olponator fasst alles gelungen zusammen, Pilgram bringt die nötigen emotionalen Einwürfe, damit bei den Plenarsitzungen niemand einschläft, ich stell die dummen Fragen und Muhhh bringt die nötige Behördenskepsis. Der glorreiche Verkehrssicherheitsrat wäre geschaffen (und das jetzt ohne Zynismus).

Ich muss gestehen, mein Motorrad hat ABS und ich habe es vor 4 Jahren als Extra dazugestellt, weil das Motorrad dann später mal leichter zu verkaufen ist und weil ich damals dachte, dass es mir sehr viel Sicherheit bringen würde. Retrospektive hatte es im Strassenverkehr noch nie regulieren müssen, sondern nur bei bewusst initierten Bremsübungen und die gehen mit ABS tatsächlich sorgloser von der Hand. Einmal hats mich im Oktober in Südtirol wegen ABS aufgestellt, da es auf einer kurzen Schotterpassage bergab nicht zu regulieren aufhörte, was meinen Bremsweg zu einer gefühlten Unendlichkeit anwachsen lies.

Ich gebe Euch recht. So einfach zu sagen: "ABS reduziere die Anzahl von Motorradunfällen" ist zu einfach. Müsste ich 10.000,- € auf den Erfolg oder Misserfolg der ABS-Pflicht setzen, ich müsste eine Münze werfen.

lg, eveleddie




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wau - 22.12.2012 16:30:57   
silli


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quote:

Lustig wäre nun zB ein Argument der Befürworter, daß die ABS-Bremser beim Vergleichstest nur nicht so richtig mit dem elektronischen Medium haben umgehen können - einige sind bestimmt dumm genug, derartiges zu behaupten ... und dem Helmi vom VCÖ fällt sicherlich auch ein guter/anderer Entschuldigungsgrund ein ... ;-)

wenn ich das gewusst hätte ,
das bremsen so eine komplexe, komplizierte, fahrtechnische herausforderung ist....
...........
.............
hmmm.................
i hätt nia ongfongen mit de 2 radler...............
is jo bedrohent,was mann so liest,
i frog mi ,wia kunn ma solang ohne technische helferlein motorradel fahren.
i moann i kaff ma a tausender bmw,do is olles einbaut woss ma so braucht
moanst i bieg donn den lumpi am mendel auffe ????????
na gut er dürft donn a mit am achterl vom forstinger andrucken
vielleicht sollten de spassbremsen,mal ein gesetz erlassen,das a motorradel ohne stahlflex leitungen
nix auf da strossen verloren hott.
amüsiert mich immer wieder,+180 ps,seggskolben bremserei,radial eh klor, abs und gummileitungen,
lässig oda
noch der seggsden kehren verschwindet der druckpunkt im nirvana oba den muasst eh nit erfühlen,weil des abs regelt des eh.
is schon geil a elektronisch gesteuertes motorradel zufahren

jo i will a a 1000 rr aus berlin vo de bayern (gibt koan kotzenten lächler)
griasserl und besinnliche feiertog und a guates neiches,silli

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erfahrung - 22.12.2012 19:24:12   
Mille


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Lustige Geschichte die gerade dazupasst, ist passiert in der Vorausscheidung vom Wettbewerd, ein "Neuling" (gerademal 20 bis 30 tkm) meinte mit dem ABS könnte man in jeder Situation voll bremsen, der Fahrtechnikleher (ehemaliger Enduro-Profi) lachte ihne aus und sagte er soll es vorführen (scherzhalber) aber der Teilnahmer fuhr tatsächlich mit seiner nagelneuen Bandit 1200 los und bremste in leichter schräglage und lag auf der Schnauze...
Wenn man Technische Helferlein hat, sollte man auch wissen wie und ob sie in jeder Situation funktionieren. Fazit ABS funktioniert vorwiegend nur auf einer geraden Fahrbahn, wenn in der Kurve einmal das Rad blockiert ist meistens Sense...

Weiter sinnlose Technische Helferlein sind von Aprilia die "Wheely-Control" dank der ich mein Visier zerbrochen hab weil ich mit voller Wucht in den Lankkopf eingeschlagen bin...
Motorrad war eine Aprilia 1200 wollt nachm Ortsgebiet rausbeschleunigen und freute mich als das Vorderrad sich heben began, aber plötzlich als ob der Motor nicht mehr Zünden würde riss es mich nach vorne und konnte trotz trainierten Körper und Rennstreckenerfahrung das nicht mehr abfangen und Schlug deshalb mit dem Kopf ein, bei einem Jethelm hätt ich vermutlich einen Kieferbruch...

Meiner Meinung nach sollten die sachen mal weglassen bis sie wirklich funktionieren, was zurzeit garantiert net der Fall ist, ausserdem sind die Helferlein nicht Laufstabil und man muss oft mit ausfällen rechnen. (fragt mich nicht warum, hab es nur des öfteren schon live erlebt oder gesehen)

MfG Mille

(in Bezug auf Olponator)
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Ist ABS gefährlich? - 22.12.2012 20:39:34   
v2lover

 

Beiträge: 84
Mitglied seit: 16.11.2008
Status: offline

Ist ABS gefährlich?

ja auf alle fälle; wenn der fahrer ohne hirn fährt;
ja aber dann ist mr-fahren für die meisten mr-fahrer saugefährlich.
ja, da ist es in der tat.
ciao

(in Bezug auf Mille)
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Kein Vorteil, kein Nachteil? - 23.12.2012 11:30:49   
Hoshi_bandit

 

Beiträge: 3
Mitglied seit: 17.4.2009
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Ich sehe alles kritischer und nicht so euphorisch, wenn mal wieder was auf den Markt geschmissen wird.
Bin kein Befürworter von ABS, aber auch kein Gegener davon. Finde es einfach nutzlos bei Motorrädern.
Zweiräder und Vierräder sind einfach physikalisch getrennt und wenn man bedenkt, dass es seit 1986
in Serie bei Autos verwendet wird, hat es bei den Unfallzahlen überhaupt nichts gebracht. Es kracht wie
eh und je und die Rekorde der Massenauffahrunfälle erreichen bald Guinessbook Niveau.

Sinn macht es bei Autos um bei voller Bremsung noch lenken zu können und dem Hinderniss ausweichen,
bzw. im Winter auf glatten Straßen. Wie sollen beide Situation beim Motorrad funktionieren? Wohl gar nicht!

Egal ob im Motorrad oder im Auto. Es verhindert keine Zusammenstöße. Wo nicht mehr genügend Bremsweg
vorhanden ist, ist einfach keiner mehr vorhanden und das ist in 95% aller Fälle der Fall. Da würde nur noch
der Rettungsanker helfen und der heisst einfach ausweichen und nicht bremsen!!!!

Was bringt also ABS im Motorrad. Es hilft dem Anfänger mit den heutzutage viel zu bissigen Bremsen, dass er
nicht gleich auf der Nase liegt bei Schreckbremsungen!!!!! Das ist alles und nichts weiter, was es an Vorteil hat.
Dazu kommt der Nachteil. Es ist wieder mal ein unnötiger Gewichtsbringer, der ein Ausfallrisiko hat und eine
stärkere Stromversorgung benötigt.

Fazit: Die EU hatte schon immer blödsinnige Ideen und ist Lobbby gelenkt.

(in Bezug auf eveleddie)
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Ja zu ABS - 23.12.2012 12:41:08   
ViennaAgent


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Mitglied seit: 13.1.2008
Wohnort: Donau City
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sobald das ABS nur ein Kilogramm wiegt und sehr spät regelt wie bei KTM SMT , aber leider sind die meisten ABS Systeme relativ zu konservativ ausgelegt.

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Roman

(in Bezug auf Hoshi_bandit)
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mit oder Ohne wurscht - 23.12.2012 14:12:17   
tyssen


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quote:

ORIGINAL: Pilgram1

...Kurze Rede Langer sinn...sois Ruhig kommen Der Schwachsinn. eine Der ersten Arbeiten nebam Ölwechsel wird sein den Bleedsin, zu Deaktiviern. Warum?...i foahr seit 1984 OHNE ABS..und bis Heite ists Guat gangen.

Ganz einfach -Und Aus


Lg Pg


mei Puch Cobra hatte auch kein ABS und bei meiner Yam hab i no kan nochteu erkannt do wors owa a scho drinnan owa in a poor Johr werma wieda Trummelbremsn kriagn

(in Bezug auf kps_Pilgram1)
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???? - 2.1.2013 23:00:29   
johsa


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quote:

ORIGINAL: Muhhh

denke, die Annahme man wolle die Mot-Fahrer dazu animieren riskanter zu fahren, durch den Einsatz von ABS, ist a bissl weit hergeholt. So glaube ich ist das nicht gemeint.





Auf der Schiepiste sind die Folgen bei Zusammenstößen schwerwiegender geworden durch das tragen von Helmen, besonders für den der keinen hat.
In Deutschland, die führende Nation bei Verordnungen darf auch die "Palatschinken exakt nur 21,5 cm im Durchmesser haben", wird lustig im neuen Jahr, die sollen lieber schaun wo die verspeckulierten Millionen Steuergelder sind.

(in Bezug auf Muhhh)
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wer das abs einsetzt um schneller zu sein - 3.1.2013 8:32:30   
ignaz1


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hat den sinn dieser einrichtung nicht erkannt und wird daher sein risiko erhöhen. überdies wie im beitrag erwähnt ist diese diskussion auch bei der einführung von abs bei pkws aufgeflammt. allerdings wird in deinem beitrag nicht erwähnt dass es abs für motorräder auch schon fast so lange gibt ( http://de.wikipedia.org/wiki/Antiblockiersystem_f%C3%BCr_Motorr%C3%A4der) besonder interssant ist folgender satz: Heute können selbst Testfahrer die Bremswege von ABS geregelten Motorrädern nicht unterbieten.[1][2] wobei man wissen muss das es testfahrer gibt die oftmals rennerfahrung haben und sogar in internationalen meisterschaften fahren bzw. gefahren sind.

dass es eine handvoll motorradfahrer gibt die ohne abs besser bremsen können als mit gilt als unbestritten, allerdings sind das profirennfahrer (und da nur die weltspitze und die die in der nähe davon fahren, sie martin bauer gegen jör teuchert 16. runde salzburgring) die auf bekannten rennstrecken unter bekannten vorraussetzungen (griplevel, reifentemperatur, etc) an die grenzen gehen und auch da passiert es immer wieder dass es schief geht, sowohl im trockenen als auch bei einsetzenden wechselhaften verhältnissen oder ganz im regen.

ganz anders schaut es aus wenn die verhältnisse nicht klar sind, wie zb: auf öffentlichen straßen die nun mal keinen gleichmäßigen rennasphalt haben, verschmutzt sind, bodenwellen rippen und kanten dazukommen, oder auch die unterschiedlichen reifentemperaturen und nicht zu vergessen dass reifen mit zunehmenden alter abbauen. noch dazu kommt dass bei einer geplanten bremsung eh meist alles paletti ist und jeder wie ein weltmeister bremst, aber was wenn es zu einer unvorhergesehenen situation kommt ? und dann noch dreck oder ein nasser fleck dazukommen, das kann niemand mehr voll kontrollieren, nicht einmal ein rennprofi.

ich bin gut 10 jahre hobbyrennen gefahren, ohne abs, und die ersten die mit abs dahergekommen sind haben nach relativ kurzer eingewöhnungszeit ihre rundenzeiten teilweise erheblich verbessern können. dazu kam dann noch das helferlein traktionskontrolle, die konnten auf einmal aus den kurven rausfeuern dass es eine freude war, mir sind die augen übergegangen obwohl ich mit meiner 99er fireblade mit 2:07 am pan auch nicht gerade langsam war (ich weiß es gibt viele die schneller sind).

für mich jedenfalls ist die entscheidung klar, ich kaufe mir sicher kein motorrad mehr ohne abs, und wenn ichs nicht brauche ist es gut und wenn ich es einmal brauchen sollte ist es schön es zu haben.

nachsatz: ich fahre auch schon seit 1986 motorrad und habe mittlerweile gute 400.000 km runter und ungezählte runden auf verschiedenen rennstrecken





< Beitrag bearbeitet von ignaz1 -- 3.1.2013 8:34:04 >


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Motorradfahren hebt Grenzen auf. Mensch und Maschine, Natur und Technik, alles wird eins.
Hubert Hirsch


(in Bezug auf eveleddie)
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... - 3.1.2013 10:38:42   
FryingPan


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Wohnort: G&EU
Status: offline

quote:

ORIGINAL: ViennaAgent

sobald das ABS nur ein Kilogramm wiegt und sehr spät regelt wie bei KTM SMT , aber leider sind die meisten ABS Systeme relativ zu konservativ ausgelegt.

Das von der KLE ist noch besser. Kawasaki hat einfach eine Bremsscheibe weggelassen, was Gewicht spart. Ausserdem braucht man so viel Handkraft, dass man mit der bei Sportlern üblichen Zweifingerbremse garnicht stehenbleibt. Damit ist es fast unmöglich selbst bei einer Schreckbremsung das Vorderrad zum blockieren zu bringen.
Ein weiterer Vorteil: Das Ausbremsen von Gegnern ist irrsinnig leicht. Man geht einfach im selben Moment auf die Bremse wie der und ZACK ist man schon vorbei.







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Pro CO2 - I brauch kan Winter
Aktivitätsnachweis 1*click*
Aktivitätsnachweis 2

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Post #: 18
genau dies - 13.1.2013 12:32:07   
johsa


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Schon allein die These der Risikokompensation besagt, je mehr gefühlte Sicherheit ich verspüre, desto mehr wage ich. Macht uns ABS also sorgloser und risikobereiter? Erhöht ABS die Wahrscheinlichkeit schwer zu verunglücken?

wurde auch für die Schiepiste festgestellt, seit es Heme gibt auf den Pisten hat die Schwere der Verletzungen zugenommen.
Alle diese Verordnungen diehnen nur der Wirtschaft und dem Bruttorealzuwachs, kein Mensch kümmerts wie du zu Sturz kommst.

(in Bezug auf eveleddie)
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stimmt - 13.1.2013 12:46:01   
eveleddie


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böse Zungen behaupten ja, dass die Helme zum Skifahren nur deshalb so "in" wurden, da die Sportartikelindustrie jedem Bürger schon zwei paar Nordic Walking Sticks in den Keller gestellt hatten und nun ein neues Produkt brauchten um ihren Umsatz zu steigern. Mit Sicherheit lässt sich halt viel Geld machen, siehe Schussfeste Schultaschen in Amerika.
lg,
eveleddie

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(in Bezug auf johsa)
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