Gewährleistung, Betrug?

 
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Gewährleistung, Betrug? - 1.9.2017 1:24:42   
paska

 

Beiträge: 1
Mitglied seit: 1.9.2017
Status: offline
Folgendes Szenario hat sich ereignet:

Im November letzten Jahres kauften mein Vater und ich ein gebrauchtes Motorrad (Honda CBR 250) von einem zertifizierten Honda Händler.

Das Motorrad gekauft hatten wir mit 16000km. Der Händler versicherte uns (Insgesamt 3 Zeugen), dass das Motorrad keine Mängel aufweist und wohl auch noch locker einige Kilometer ohne Reparaturen auskommen sollte. Der Verkaufspreis lag bei 2700,- €. Zusätzlich wurde in der Werkstatt im selben Gebäude eine Pickerlüberprüfung gemacht, gratis versteht sich. Mehrfach fielen meinem Vater einige Merkwürdigkeiten an Bremse und Kupplung auf. Mehrmals sagte uns der Händler, diese seien in einem sehr guten Zustand und es gäbe keine Probleme zu erwarten.

Am 29.08.2017 brachten wir das Motorrad wieder zu dem Händler zwecks Service und Pickerl. Wieder fragt mein Vater wegen der Kupplung nach. Der Chef ging zum Motorrad, kontrollierte Kupplung sowie Kupplungsseil und sagte diese hätten keine Schäden.Zunächst meldete sich der Händler nicht wie vereinbart und sagte dann am nächsten Tag früh morgens am Telefon, dass einige größere Reparaturen am Motorrad zu machen seien im Wert von 900 (!!) Euro. Das Motorrad wurde im besagten Zeitraum gerade mal 1500km bewegt. Für ein Motorrad, welches angeblich einwandfrei sein sollte, beim letzten Pickerltermin keinen einzigen Mangel aufwies und auch sonst nichtmal ansatzweise Probleme auftreten sollten, ist ein Preis der 1/3 des Originalverkaufspreises beträgt für eine Reparatur sehr sehr fragwürdig (in Beachtung der sehr geringen Laufleistung in den vergangen Monaten).

Nach langem überlegen beschlossen wir nun am 30.08.2017 zum Händler zu fahren und das Motorrad wieder abzuholen, da uns die ganze Sache sehr suspekt vorkam. Nach langem hin und her, berechnete der Chef ein Service (welches wohl gemerkt NICHT gemacht wurde, Motoröl wurde nicht getauscht, Kette nichtmal ansatzweise geschmiert oder gespannt..etc.), für welches er nicht einmal eine Rechnung ausstellte sondern eine Rechnung mit ,,Barverkauf“ aushändigte. Der Händler hat bereits per Mail zugegeben kein Service gemacht aber verrechnet zu haben mit der Anmerkung wir könnten Sinngemäß froh sein, dass er uns nicht noch eine Stornogebühr, bzw. Entschädigung verrechnet.

Als ich dann das Motorrad vom Grundstück des Händlers geschoben hatte, bemerkte ich, dass die Kupplung nicht funktionierte, das Kupplungsseil wild herumhang und halb gerissen war.

Wir sind also wieder rein und wollten den Chef zur Rede stellen. Der hatte sich bereits verschanzt und es gab keine Möglichkeit mit ihm zu sprechen. Ein Mitarbeiter erklärte sich nach 20min bereit sich das Problem anzusehen, ging zum Motorrad und sagte nur: Das Kupplungsseil ist total hinüber, es wird in den nächsten Kilometer reißen und wir würden nur mehr ein paar Kilometer damit weitkommen. Daraufhin steckte er es wieder rein. Auf meine Frage: Und wie kann das sein, wenn der Chef vor 2 Tagen noch gesagt hat, es sei alles in Ordnung? Kam nur: Das müssen Sie den Chef fragen, ich bin kein Mechaniker.

Der Chef behauptet nun trotz mehrmaliger Aussage seinerseits das Motorrad wäre in einem fabelhaften Zuständ und hätte keine Mengel, dass es sich um üblichen Verschleiss handelt und er dafür nicht haftet.

Als Laie denke ich mir: Wenn ein Motorrad zwischen Kauf, wo es besagterweise in einem makellosen Zustand war, bis zum Pickerl gerade mal 2500km bewegt wurde, dann sollten gewisse Mängel oder Abnutzungserscheinungen schon vor dem Kauf ersichtlich gewesen sein.

Besteht bei dieser ganzen Sache nicht ein Gewärhleistungsfall des Händlers? Vor allem da falsche Informationen zum Motorrad gemacht wurden?
Was bringt es einen Anwalt einzuschalten? Das ganze sieht sehr stark nach Betrug aus.
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afasdfsad - 2.9.2017 13:35:47   
ArtVandelay


Beiträge: 214
Mitglied seit: 28.4.2011
Status: offline
1.Großes Missverständnis: Pickerl ist KEIN ANKAUFSTEST! Das Pickerl sagt nur was über die Verkehrssicherheit aus, aber nicht, ob du nicht schon 10 km später einen Motorschaden hast.

2. Ein doofes Kupplungsseil kann man fast als Verschleißteil sehen und kostet nur ein paar Euros. Das kann immer irgendwann mal reissen. Ist auch kein Drama, sondern kann man auch selbst tauschen, wenn die eigene Werkzeugausstattung über einen Hammer hinausgeht. Deswegen kann man niemanden ein Theater machen.

3. Ihr habt beim Händler gekauft. Steht auch als Verkäufer der Händler auf dem Kaufvertrag oder eine Privatpersion und der Händler hat die quasi nur "als Kommission" bei sich gehabt? So drücken sich manche Händler um die Gewährleistung, die übrigens nur 6 Monate geht. Wenn da jmd. privater drauf steht, dann habt ihr sowieso 0 Anspruch auf irgendwas.

4. Wie setzen sich denn die 900€ zusammen? Wenn sich das aus neuen Verschleißteilen wie Bremsscheiben & Co zusammensetzt, ists auch schwierig. Problem ist jedenfalls, die Gewährleistung nach 6 Monate abläuft bzw. sich die Beweislast umdreht. Dh ihr müsstet dem Händler beweisen, dass die Schäden vorher schon da waren. Und dafür lohnt sich wohl der Aufwand nicht, weil wie beweist man sowas? Ich weiss es nicht. Sachverständlich oder sowas? Bei einem Gesamtaufpreis von 2.700€ wohl hinfällig.

< Beitrag bearbeitet von ArtVandelay -- 2.9.2017 13:36:17 >


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Nachdem ... - 2.9.2017 20:09:37   
coco66

 

Beiträge: 817
Mitglied seit: 10.2.2015
Status: offline
... ich "Pickerlüberprüfung, gratis, versteht sich" gelesen habe, hats mir schon mal die Graushaare aufgestellt.

Aber um zum Problem zu kommen - Ich tippe auf Standschäden!!! Ein Moped das in 10 Monaten nur 1500KM gefahren wird, leidet unter Aufmerksamkeitsdefizit, mangelnder Liebe und Bewegungsmangel. Dadurch entstehen Standschäden die nicht vorhersehbar sind.

Auch kann ich mir recht gut vorstellen,- so wie sich dein Bericht liest, das der Wald nur so zurück gerufen hat, wie du vorher hineingerufen hast.

Nachdem du ja schon schriftlich hast das dich der Händler ums Service betrogen hat, geh zum Rechtschutz und lass dem die Arbeit machen.
Oder Konsumentenschutz, oder zum Dorfpfarrer, oder was weiß ich wohin.

Du hast auch noch nicht erklärt für was er eine Stornogebühr verlangen könnte. Habt ihr einen schriftlichen Werkstattauftrag gegeben?

A blede Gschicht, aber ich denke, da ihr eh nix bezahlt habt, lass es gut sein und such dir einen anderen Machhinniger


(in Bezug auf paska)
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Nachdem ... - 7.9.2017 11:59:44   
PSeb

 

Beiträge: 5
Mitglied seit: 5.10.2016
Status: offline
Für mich liest es sich auch so, als wären die Gespräche zwischen dir (euch) und dem Händler über das sachliche hinausgeschossen.
Denke auch, dass es schwierig wird. Auch mein Tipp heißt: Ab zum Anwalt und zumindest das mit dem abgerechneten aber nicht durchgeführten Service klären.
Eventuell hat er auch noch weitere Ansatzpunkte ;-)

(in Bezug auf coco66)
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