Betroffenheit ...

 
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Betroffenheit ... - 7.10.2004 15:35:16   
Norbert (MOTORRAD)

 

Beiträge: 263
Mitglied seit: 21.5.2008
Status: offline
Als vor über einem Jahr Daijiro Kato in Suzuka tödlich verunglückte, nachte sich Kollege Colin Edwards mit dem Satz „Wir wissen was wir tun. Ich möchte lieber auf der Rennstrecke bei meiner Lieblingsbeschäftigung sterben, als durch einen betrunkenen Autofahrer im Straßenverkehr.“ nicht nur Freunde. Also kein Anlass zur Betroffenheit?

Formel-1-Fahrer Jackie Stewart wandte sich während seiner aktiven Zeit gegen die Verdrängungstaktik, in dem er sinngemäß sagte: „Jeder von uns, der sagt, dass er morgens beim Hotel-Frühstück nicht daran denkt, ob er abends wohl wieder ins Hotel zurück kommt, der lügt.“

Nüchterne Zeitgenossen verweisen auf die Statistik, die oft mit der menschlichen Wahrnehmung nicht so recht einig sein will. Sprich: Im Mittel gibt es eher weniger Todesfälle im Motorrad-Sport, Häufungen wie in letzter Zeit sind dabei eigentlich nichts besonderes, da es auch immer ruhigere Phasen gibt.

Uneinigkeit herrscht auch darüber, ob Rennfahren insgesamt sicherer geworden ist. Natürlich bieten größere Sturzräume mehr Sicherheit, gleichzeitig scheinen aber in der breiteren Öffentlichkeit die enorm gesteigerten Standards der Formel 1 unrealistische Erwartungen im für Motorradrennen zu wecken – wer nicht in sondern auf seinem Fahrzeug sitzt, kann eben leider nicht so gut geschützt werden.

Und wie sieht es abseits des Straßensports aus? Kenner der Offoad-Szene geben in der Tat zu bedenken, dass die Strecken in den letzten Jahren tatsächlich wesentlich anspruchsvoller und damit auch gefährlicher geworden sind.
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Wer den Tod fürchtet, hat das Leben verloren. - 8.10.2004 15:09:06   
chris-XX

 

Beiträge: 229
Mitglied seit: 28.7.2004
Status: offline



« Kondolenz »

Der Tod hat keine Bedeutung - ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin, und ihr bleibt dieselben zusammen.
Was wir einander bedeuten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir und ändert den Tonfall nicht!
Hüllt Euch nicht in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer über die kleinen Scherze, die wir teilten.
Wenn ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer nur Leben - es bleibt so bestehen - immer ohne Unterbrechung.
Ihr seht mich nicht, aber in Gedanken bin ich bei Euch.
Ich warte auf Euch - irgendwo - ganz in der Nähe.

Henry Scott Holland, 1847 - 1918

--------------------------------------------------------------------------------


hallo Redaktion MOTORRAD,
hallo Norbert,

... ich darf nur mitteilen, daß ich mich bei dieser UMFRAGE schlicht enthalte. Aus dem
einfachen Grund, ICH emfinde die gegebenen 3 Antwortmöglichkeiten als unzureichend.

JEDE/R die/der Motorrad selbst fährt, sollte/muss sich der damit verbundenen Gefahren
bewußt sein. Ich habe - vielleicht ist es ja jemandem hier aufgefallen, bewußt auf ein
Crash-Bild verzichtet, dennoch die Gefahr eines Unfalles ist auf nahezu jedem gefahrenen
Meter gegeben. Die Liste all jener Betroffenen ist verdammt lang, viel zu lang um sie hier
auch nur annähernd zu komplettieren. Und hier in diesem Forum, sowie den stillen Mit-
lesern aus den Nachbarforen, kennt mittlerweile wohl jede/r eine/n der ebenfalls schon
mal auf der Nase gelegen hat - und wenn es glücklich verlief, auch hoffentlich wieder von
alleine aufstehen konnte. Die Frage nach der Betroffenheit stellt sich nicht, zumindest
meinem Empfinden nach - ich selbst kann JEDEN Unfall persönlich nachvollziehen und
auch leidlich mitfühlen. Mir tut es um jeden der auf die Schnauze fliegt mehr als Leid.

Wie die Angehörigen und Freunde fühlen, wie sie Ihre Betroffenheit zum Ausdruck bringen
oder es zumindest in der Öffentlichkeit vielleicht auch lassen, steht nicht zu Diskussion.

Muß ich wirklich Namen aufführen, die einmal mehr zeigen, daß es die meisten Motorrad-
fahrer wohl ganz ähnlich sehen und fühlen, wenn einer aus "unserem" Kreis sich verabschiedet.
Spontan fallen mit Wayne Rainey im Rollstuhl ein, Joey Dunlop der im Memorial Garden auf
der Isle of Man verewigt wurde, David Jefferies, Carlo Talamo, Takuma Aoki - querschnitts-
gelähmt, Moses FKAB, Joachim Scheffler, Pit Beirer, Sven Enderlein, Jørund Seim, auch
Ayrton Senna, Jürgen Oelschläger und Richard Sainct gingen viel zu früh, ebenso leider zu
viele andere mehr.

Sorry, aber Eure Frage hat sich eigenlich schlicht erübrigt - MIR TUT JEDER WEH, die/der
einen Unfall hat - und wohl jede/r andere, die/der sich selbst mit dieser Situation in irgend-
einer Weise konfrontiert sah, ihr/ihm wird es ähnlich nahe gehen, da spielen Namen und
Titel keine Rolle, es sind Menschen denen Leid widerfuhr. Ein Leid, daß jede/n von uns
hier wohl auch treffen kann, selbst die/den besten, routiniersten, souveränsten und voraus-
schauendsten, rücksichtsvollsten sowie verhaltensten, verantwortungsbewußtesten und
kontrolliertesten Fahrer/in kann es treffen, die/dem das Wort defensiv blind vertraut ist.

Herzlichen Gruss
chris-XX

PS. ... auf Dauer nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an.

(in Bezug auf Norbert (MOTORRAD))
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Re: Betroffenheit ... - 8.10.2004 16:08:10   
peter-k

 

Beiträge: 634
Mitglied seit: 29.7.2004
Status: offline
Du kannst ja auch mal was Besseres vorschlagen, wenn Dir das Angebotene nicht so gefaellt. Verwandel doch mal eine vielleicht berechtigte Kritik oder Meinung in einen positiven Vorschlag.

(in Bezug auf Norbert (MOTORRAD))
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Re: Betroffenheit ... - 11.10.2004 18:47:15   
Hansam

 

Beiträge: 886
Mitglied seit: 11.10.2004
Status: offline
Wer nicht bereit ist, das Risiko eine Unfalls, ja des eigenen Todes, einzugehen, der soll in ein Dose hüpfen.
Es kommt nicht darauf an, wer wieviel wo und wie fährt. Wer auf das Motorrad sitzt geht ein Risiko ein, basta. Das zu negieren ist naiv, das einfach zu akzeptieren ist Fatalismus. Sich damit auseinandersetzen ist DIE Antwort. Ja, auch ich habe schon x Kollegen mit zu Grabe getragen. Ich habe schon zwei Typen selbst tot von der Strasse geräumt. Was habe ich dabei gelernt? Ja, auch ich mache mir Gedanken, was wäre, wenn jetzt ein Wagen käme, während ich am Überholen bin. Oder was wäre, wenn ich auf der Rennstrecke abflöge und tödlich verunglücken würde. Und ich bin häufig auf Rennstrecken unterwegs.
Wer sich dieser Angst stellt, mit ihr umgeht und auch an sich und seiner Fahrtechnik arbeitet, dann, DANN, kann man, auch wenn man"s nicht verhindern konnte, immerhin sagen, dass man alles versucht hatte.

Also, nicht zuviel daran denken, aber trotzdem nicht vergessen, und vor allem regelmässig Sicherheitskurse besuchen. Das hilft! Denn nur im Umgang mit sich selbst und seiner Maschine lernt man auch sich selbst kennen und erkennt, dass man auch nur ein Mensch ist.

Und irgendwann ist für jeden von uns Zeit. (Ja, das ist Fatalismus! ) Aber es hilft, manchmal so zu denken, auch wenn es nur verdrängen ist.
Richtig, es ist schade um jeden, aber auch ich bin mit Colin einig: Wenn ich gehe muss, dann so. Und bitte, bitte: Legt mein Gilera mit mir in"s Loch! Danke.

Gruss

Sam (der sich jedes Jahr auf"s Neue auf die Saison und die Rennstreckentermine froit)

(in Bezug auf Norbert (MOTORRAD))
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Re: Betroffenheit ... - 11.10.2004 20:11:46   
boogie153


Beiträge: 920
Mitglied seit: 6.11.2007
Status: offline
Nun ja, was Besseres ??

Das wäre für mich ne Kombination aus Antwort eins und zwei:
Jeder, der Motorsport ernsthaft betreibt, muß damit rechnen daß etwas Schlimmeres passieren kann.
Man darf deswegen auch seine Betroffenheit zeigen, aber wie, heisst"s: the Show must go on !!

So sehe ich das.

HF.

(in Bezug auf Norbert (MOTORRAD))
Private Nachricht senden Post #: 5
... roma locuta causa finita est. - 12.10.2004 17:23:03   
chris-XX

 

Beiträge: 229
Mitglied seit: 28.7.2004
Status: offline



« Moralische Sentenzen »

Nur Betroffenheit schafft Einsicht.


hallo Peter,

... Deinem Ansinnen von alternativen Vorschlägen stimme ich nicht zu. Das ist aus meiner
Sicht eine Frage der Prioritäten: ICH halte dieses Voting schlicht für überflüssig, die Fragen
für zu oberflächlich, um daraus eine angemessene Form von Erkenntnissen zu ziehen.

DAS IST MEINE SICHT. UND NUR MEINE. Und so denke ich, hat wohl jeder seine eigene
Meinung zu Sportunfällen, zu den Ursachen, deren Folgen, den Auswirkungen und zu deren
Handhabung. Persönlich gehe ich doch irgendwie mit Colin Edwards gedanklich in eine Richtung,
denn auch ich bin der Ansicht, sobald ich Motorrad fahre, begebe ich mich absolut freiwillig in
eine Risikosituation - ganz vorsätzlich, denn ausschließen kann ich einen Unfall letztlich nie.

Das ist mir bewußt. Andererseits - vieles kann passieren - und wie heißt es so treffend von den
EU-Gesundheitsministern: "Rauchen kann tödlich sein" - steht auf jeder Packung Kippen. Beachtet
das wer, gibt"s deshalb eine Umfrage und wen interessiert das dann ??? Geraucht wird, Auto und
Fahrrad gefahren auch, die Bahn crasht ebenso, Flieger- und Bootsunglücke geschehen, auch als
Fußgänger ist niemand letztlich sicher, gleiches gilt für die sonstige Freizeit, die Arbeit und für alle
Unfälle im alltäglichen Haushalt. Es passiert immer und irgendwo etwas, dauernd, ständig.

Und da mir zu den bereits genannten Unfall-Geschädigten Motorradlern noch Reinhold Roth einfiel,
hier meine "Zusammenfassung" - wie Unfälle von Menschen noch gesehen und empfunden werden:


Betroffenheit - im Gedenken an Michel

Betroffenheit - Vrank im Krankenhaus

Betroffenheit - Genesung von Dennis


Jetzt besteht die Möglichkeit, daß hier die eine oder der andere nicht mit meinen Ausführungen zu
diesem Beitrag konform geht, warum auch - heute ist vielleicht eh nicht mein bester Tag - doch ich
möchte zu bedenken geben, daß der Titel dieses Beitrages eben "BETROFFENHEIT" lautet und da
denke ich, sagen die eingebundenen Links mehr aus, als weitere Worte von mir.

Herzlichen Gruss
chris-XX

PS. ... warum lebt IHR den Frieden nur in EURER Phantasie ???

(in Bezug auf Norbert (MOTORRAD))
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